15. November 2018

Moderne Zeitreise – ein Tag im Highland Folk Museum in Schottland

In der ursprünglichen Landschaft der Grampian Mountains in Schottland liegt in der Nähe von Newtonmore das liebevoll und detailliert ausgestattetes Highland Folk Museum.

Das Freilichtmuseum nimmt seine Besucher mit auf eine Zeitreise in die Highlands vom 17. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre. Gezeigt wird das Leben der Highländer anhand von Ausstellungen und Vorführungen. Das 32 Hektar umfassende Gebiet ist aufgeteilt in verschiedene Bereiche und kann selbständig erkundet werden.

Adel bringt den Topf nicht zum Kochen

Beim Flanieren zwischen Dorfschule, Kirche und bäuerlichen Gehöften erfährt der Besucher auf Schautafeln informatives über den Bau des aus Trockenmauern bestehenden Blackhouse. Hier lebten Mensch und Tier eng zusammen. Ebenso werden der Aufbau und Funktion eines Pferchs für Schafe erläutert. Die authentische Ausstattung der historischen Häuser vermittelt einen Einblick in die oft kargen Lebensumstände vergangener Zeiten. Wobei auch das schottische Zitat „Adel bringt den Topf nicht zum Kochen“ auf die sprichwörtliche Armut der einfachen Menschen verweist.

Stacheliges Nationalsymbol

Neben urigen Schottischen Hochlandrindern und wolligen Schafen findet sich am Wegesrand auch das eine oder andere stachelige Nationalsymbol. Hugh MacDiarmids inspirierte die Betrachtung der Distel im Jahre 1926 zu seinem epischen GedichtA Drunk Man Looks at theThistle“. Seine Gedanken über den kulturellen, politischen und existentiellen Zustand des Landes zählen zu den bekanntesten Werken der schottischen Lyrik. Demgegenüber steht die stachelige Pflanze auch als Symbol für typische schottische Eigenschaften: Wehrhaftigkeit, Widerstandsfähigkeit und Verbundenheit mit der Scholle.

 

  • Eine typische Tockenmauer am Schafpferch

Handwerk hat goldenen Boden

Der Besuch in den Handwerkshäusern wie dem Uhrmacher, Schreiner oder Schneider demonstriert nicht nur Wissen über alte Handwerkstechniken. Eine Vorführung des Webstuhls in der Tweed Weberei zeigt die Herstellung des klassischen Stoffes Shephard’s Plaid. Besonders beliebt bei den Kindern ist ein Besuch im historischen Süßwarenladen Kirk’s Store Sweetie Shop aus den dreißiger Jahren. Denn hier können unter anderem Treacle Toffees oder Jelly Beans probiert werden.

Filmkulisse hautnah erleben

Beim anschließenden Spaziergang durch den Kiefernwald kann man mit etwas Glück das einheimische rote Eichhörnchen beobachten. Der Fußmarsch stimmt ein auf den beliebten Höhepunkt des Museums. Die Siedlung Baile Gean zeigt das ursprüngliche Leben in den schottischen Blackhouses aus dem 18. Jahrhundert. Dem intensiven Geruch des brennenden Torffeuers sagt man eine desinfizierende Wirkung nach. Zudem vermittelt es einen sinnlichen Eindruck von den damaligen Lebensumständen in den kaminlosen Behausungen. Der authentische Charakter wird noch durch Museumsmitarbeiter in zeitgenössischer Kleidung verstärkt. Fans der Fernsehserie „Outlander“ finden hier die Kulissen, die als Drehorte der beliebten Highland-Saga genutzt wurden.

 

Highland Folk Museum, Newtonmore, PH20 1AY

Öffnungszeiten: 23. März – August, 10.30 – 17.30 Uhr

                                 September – 31. Oktober, 11.00 – 16.30Uhr

Kein Eintritt – Spenden willkommen. An allen Tagen der Woche geöffnet.