12. Dezember 2017

Kitesurfen – Mit dem Board gen Himmel

Raum zum Abheben gibt es beim Kitesurfen genug. Schließlich gibt es am Himmel und im Meer kaum Grenzen. Also ein grenzenloses Vergnügen? „Wenn man das Kitesurfen beherrscht, dann bestimmt“, lacht Andreas Martin. Der 52-Jährige probierte die Trendsportart vor zwei Jahren auf Korfu aus. Obwohl sehr sportlich, hatte er doch anfangs Schwierigkeiten, das Board und die Wellen, den Drachen und den Wind zu koordinieren.

Kitesurfen und Wasserschlucken

Eine Woche lang nahm Martin Unterricht in einer Kiteschule. Dies würde er auch jedem Anfänger empfehlen als ein unbedingtes Muss empfehlen, denn so leicht ist es nicht, diesen Sport zu erlernen. Und man sollte schon ein wenig härter im Nehmen sein. „Ich habe mich immer gewundert, dass das Mittelmeer noch voll war, bei all dem Wasser, das ich geschluckt habe“, schmunzelt der Programmierer aus Gladbeck.

Beim Kitesurfen wird man von einem Lenkdrachen über das Wasser gezogen und steht dabei auf einem Brett. „Dieses Board ist natürlich kleiner als ein Surfbrett.

Trockenübungen

Bevor man ins Wasser darf, sind erstmal Trockenübungen angesagt. Das heißt, ein Gefühl für den Lenkdrachen zu bekommen und zwar auf dem Strand. Selbstverständlich werden dazu ziemlich einsame Strände aufgesucht. Niemand will schließlich über Touristen stolpern und sie dabei eventuell verletzen.

„Am zweiten Tag ging es mit dem Drachen dann schon ins flache Wasser“, erinnert sich Martin. Außerdem bekamen die Anfänger eine spezielle Ausrüstung. Diese bestand aus einem Sturzhelm, einer Schwimmweste, dem Kite selbst und wog insgesamt wohl fünf Kilo.

Der Gladbecker Andreas Martin ist vom Kitesurfen begeistert.
Der Gladbecker Andreas Martin ist vom Kitesurfen begeistert.

Am folgenden Tag wurde es im tiefen Wasser dann ernst. „Wir lernten, während des Schwimmens den Lenkdrachen zu steuern. Und dann, an Tag 4 ging es mit den Bord an den Füßen ins Wasser.“

Und zwar buchstäblich, denn dabei gehen die Anfänger dann doch erst einmal unter. Erste Manöver wurden geprobt und dadurch eine gewisse Grundsicherheit aufgebaut. Der Lenkdrachen mit und gegen den Wind gesteuert. „Und wenn dann man den Bogen raus hat, macht es viel Spaß,“ ist Martin immer noch begeistert.

Wie Segeln mit einem sehr kleinen Boot

Denn anders als beim Skaten oder Segeln, kommt eben eine neue Dimension hinzu. Man fliegt über das Wasser und vielleicht sogar gen Himmel. „Das Erleben dieser dritten Dimension, das ist dabei das Schöne.“  Allerdings macht auch hier die Übung den Meister. Die Schüler blieben  zwei bis vier Stunden hintereinander auf  – oder auch in – dem Wasser.

„Das war schon anstrengend, daher ist ein gewisse Grundfitness sicherlich eine Voraussetzung. Wenn man gar keinen Sport treibt und keine Kondition hat, dann geht man unter“, ist Martin sicher. Und doch, als am fünften Tag der Drache gehorchte und Andreas Martin über das Wasser glitt, hatten sich alle Mühe und das Schlucken des halben Mittelmeers wirklich gelohnt.

Kiten in Deutschland

„Eigentlich ist Kitesurfen wie Segeln, nur mit einem sehr kleinen Boot. Und natürlich körperlich anstrengender. Dagegen ist das Segeln auf einem Katamaran geradezu gemütlich.“ Wie gesagt, wenn man sportlich ist. Andreas Martin ist begeisterter Judoka, Mountainbiker, Surfer, Segler und auch längere Wanderungen sind nach seinem Geschmack.

Doch das soll alle, die jetzt Interesse am Kiten mit 50plus verspüren, nicht davon abhalten. Kondition sollte man allerdings haben, um diesen Sport zumindest auszuprobieren. Und man muss auch nicht bis nach Griechenland reisen, um einen Kitekurs zu belegen.  Auch in Deutschland, an der Ost- sowie an der Nordsee und ebenfalls an bayrischen Seen gibt es genügend Kiteschulen.

 

 

 

 

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